PLA trocknen: Temperatur, Dauer und die richtige Methode

PLA trocknen: Temperatur, Dauer und die richtige Methode

PLA trocknen: Temperatur 40 bis 45 °C, Dauer 4 bis 6 Stunden. Mit diesen Richtwerten bekommst du eine feuchte PLA-Spule wieder sauber druckbar, je nach Hersteller mit kleinen Abweichungen. Wichtiger als jedes Grad mehr ist die Obergrenze: Über 50 °C wird PLA weich und die Spule kann sich verziehen.

In diesem Ratgeber erfährst du, woran du feuchtes PLA erkennst, welche Methode sich eignet und wie du die Rolle danach trocken hältst. Weiter unten findest du Trockner, Trockenmittel und passende PLA-Filamente aus unserem Shop mit Preisen.

PLA trocknen: Temperatur und Dauer auf einen Blick

Für PLA gelten bei uns diese Richtwerte:

  • Temperatur: 40 bis 45 °C
  • Dauer: 4 bis 6 Stunden
  • Obergrenze: nicht über 50 °C

Die Werte sind bewusst vorsichtig gewählt. Zwischen Herstellern, Farbzusätzen und Füllstoffen gibt es Unterschiede. Steht auf der Spule oder im Datenblatt eine eigene Angabe, hat sie Vorrang.

Wenn du unsicher bist, starte an der unteren Grenze und gib dem Material mehr Zeit. Das ist fast immer weniger riskant als fünf oder zehn Grad mehr. Eine fast volle 1-kg-Spule braucht außerdem länger, bis die Wärme im Kern der Wicklung ankommt. Außen trocken und innen noch feucht ist ein typisches Ergebnis, wenn du zu früh abbrichst.

Warum zu viel Hitze PLA weich macht und die Spule verformt

PLA ist das Material mit dem niedrigsten Trocknungswert in unserer Temperaturtabelle. PETG verträgt 55 bis 65 °C, ABS und ASA sogar 70 bis 80 °C. Wer PLA mit der Einstellung für PETG trocknet, liegt also schon deutlich über der Grenze.

Die Folgen siehst du oft erst beim nächsten Druck. Die Spule verzieht sich und läuft unrund. Das Filament wird weich, und im ungünstigen Fall kleben einzelne Wicklungen leicht aneinander. Dazu kommt: War PLA zu warm oder zu lange im Trockner, wirkt es danach häufig spröder als vorher.

Der häufigste Fehler ist deshalb „etwas heißer, damit es schneller geht“. Bei PLA funktioniert das nicht. Wenn die Rolle nach 6 Stunden noch nicht sauber druckt, verlängere die Zeit und lass die Temperatur, wo sie ist.

Woran du feuchtes PLA erkennst

PLA nimmt Feuchtigkeit auf, verzeiht aber mehr als PETG oder Nylon. Es knackt seltener hörbar an der Düse. Meist fällt feuchtes PLA zuerst im Druckbild auf:

  • Stringing nimmt plötzlich zu, obwohl du nichts an den Einstellungen geändert hast.
  • Die Oberfläche wird rau, matt oder leicht sandig.
  • Kleine Bläschen oder Krater erscheinen in den Außenwänden.
  • Bei stärkerer Feuchte knackt oder zischt es an der Düse.

Ein schneller Bauchcheck: Schneide ein Stück Filament ab und biege es. Sehr feuchtes PLA bricht manchmal überraschend schnell. Trockenes PLA federt erst und bricht dann. Das ersetzt keine Messung, hilft aber im Alltag.

Nicht jedes Fädenziehen ist Feuchtigkeit. Auch eine zu hohe Drucktemperatur oder unpassende Retraction-Einstellungen sehen ähnlich aus. Senke die Düsentemperatur testweise um 10 bis 15 °C. Bleiben Blasen und Knacken, liegt es sehr wahrscheinlich am Wasser im Filament.

Trockner, Trockenbox oder Backofen: was sich für PLA eignet

Für das Trocknen brauchst du Wärme und Luftbewegung. Eine Box mit Trockenmittel allein reicht nicht, wenn die Rolle schon feucht ist. Sie hält trockenes Filament trocken, holt aber kein Wasser mehr aus dem Material.

Methode Eignung für PLA Worauf du achten musst
Filamenttrockner Beste Wahl. Die Temperatur bleibt konstant, die Luft wird umgewälzt. Einstellung für PLA wählen, nicht die für PETG.
Trockenbox mit Trockenmittel Nur zur Lagerung. Bereits aufgenommene Feuchtigkeit bleibt im Filament. Trockenmittel regelmäßig prüfen und erneuern.
Backofen Möglich, aber riskant. Viele Öfen halten niedrige Temperaturen ungenau. Eingestellte 50 °C können stellenweise 65 °C bedeuten. Puffer nach unten einplanen.

Beim Backofen kommt ein zweites Problem dazu: Die Luft steht oft. Die Feuchtigkeit wird schlechter abtransportiert, und die Trocknung dauert länger. Wenn du trotzdem den Ofen nimmst, kontrolliere die Spule in der ersten Stunde. Verziehen sich die Flansche sichtbar, ist es zu warm.

Ein Filamenttrockner ist für PLA die sichere Lösung, weil er die Temperatur wiederholbar hält. Der Creality Space Pi Filament Dryer lässt sich von 45 bis 70 °C einstellen und hat eine eigene Voreinstellung für PLA. Seine niedrigste Stufe liegt damit genau an der oberen Grenze unseres Richtwerts. Der SUNLU FilaDryer S4 beginnt schon bei 35 °C und trocknet bis zu vier Spulen gleichzeitig.

Wer trocknen und lagern verbinden will, schaut sich das System von Polymaker an. Beim Polymaker PolyDryer Dock + Box übernimmt das Dock die aktive Trocknung mit Warmluft. Die Box nimmst du danach ab und nutzt sie als geschlossene Lagerbox. Du kannst direkt aus der Box drucken, ohne die Spule umzulegen.

PLA+, Matt und Silk: gilt dieselbe Temperatur?

Für PLA-Varianten gibt es keine einheitliche Norm. Hersteller verändern mit Bezeichnungen wie „Plus“ oder „Matt“ die Rezeptur, zum Beispiel für mehr Zähigkeit oder eine andere Oberfläche. Am Grundmaterial ändert das nichts. Bleib deshalb beim PLA-Richtwert von 40 bis 45 °C, solange der Hersteller nichts anderes angibt.

Zwei Hinweise aus der Praxis:

  • Kein Etikett schützt vor Feuchtigkeit. Auch ein PLA+ oder ein auf Details getrimmtes PLA zieht Wasser. Siehst du Fäden und Bläschen, ist Trocknen der schnellste Hebel.
  • Mattes PLA reagiert empfindlich auf Wärme. Der matte Effekt entsteht meist über Füllstoffe oder Zusätze. Geh hier besonders vorsichtig vor und starte bei 40 °C.

Silk-PLA sowie Varianten mit Holz- oder Marmoroptik kannst du im Filamenttrockner genauso behandeln wie normales PLA. Der SUNLU FilaDryer S4 führt diese Varianten ausdrücklich als geeignet auf.

So bleibt PLA nach dem Trocknen trocken

Trocknen ist kein „einmal und fertig“. Liegt die Rolle danach offen neben dem Drucker, nimmt sie wieder Feuchtigkeit auf. Bei PLA ist das weniger dramatisch als bei Nylon, aber in einem feuchten Raum stehst du früher oder später wieder am Anfang.

Bewährt hat sich eine geschlossene Box mit Trockenmittel. Die Polymaker PolyDryer Box arbeitet ohne Strom und schützt die Spule vor der Raumluft. Hast du schon ein Dock, erweiterst du das System mit weiteren Boxen. Umgekehrt gibt es das Polymaker PolyDryer Dry Dock als einzelnes Modul, wenn du bereits Boxen nutzt. Allein funktioniert es nicht, es braucht immer eine Box.

Als Trockenmittel eignet sich Silica Gel mit Farbindikator. Die Perlen wechseln von Orange nach Grün, sobald sie gesättigt sind. Du siehst also auf einen Blick, wann du sie tauschen musst. Bei 120 °C geben sie die Feuchtigkeit wieder ab und sind erneut einsatzbereit. Wichtig: Regeneriere die Perlen immer ohne Spule. 120 °C sind für PLA viel zu heiß.

Hast du keine Box, nimm zumindest einen dicht schließenden Beutel mit einer Portion Trockenmittel. Und plane so, dass du nach dem Trocknen zeitnah druckst oder die Rolle direkt wieder verpackst.

Trockner und Trockenmittel aus unserem Shop

Produkt Wofür Preis
Polymaker PolyDryer Dock + Box Aktiv trocknen und in der Box lagern 84,95 Euro
Polymaker PolyDryer Box Trockene Lagerung ohne Strom 34,95 Euro
Polymaker PolyDryer Dry Dock Trocknungsmodul für vorhandene Boxen 54,95 Euro
Creality Space Pi Filament Dryer Eine Spule bis 1 kg, 45 bis 70 °C 68,95 Euro
SUNLU FilaDryer S4 Bis zu vier Spulen, 35 bis 70 °C 134,95 Euro
Silica Gel 3 bis 5 mm, 1 kg Trockenmittel für Box und Beutel 8,95 Euro

Alle Geräte findest du gesammelt in unserer Kategorie Filamenttrockner.

Passende PLA-Filamente

Eine frische, sauber verpackte Rolle ist der einfachste Vergleich: Druckt sie mit denselben Einstellungen einwandfrei, war die alte Rolle feucht. Diese PLA-Filamente aus unserem Sortiment passen dazu:

Filament Variante Preis
Polymaker Panchroma Basic PLA Standard-PLA ab 19,95 Euro
SAKATA 3D PLA 850 Standard-PLA ab 22,50 Euro
eSUN PLA+ PLA+ mit erhöhter Zähigkeit ab 19,95 Euro
Smart Print PLA+ PLA+ für belastbare Teile ab 12,95 Euro
Professional Lab PLA Matte Mattes PLA ab 12,95 Euro
eSUN ePLA-Silk Silk-PLA mit seidigem Glanz ab 21,95 Euro

Das ganze Sortiment steht in der Kategorie PLA Filament.

Passend dazu

Die Richtwerte für PETG, TPU, Nylon und weitere Materialien stehen in unserem Artikel Filament richtig trocknen: Temperaturtabelle. Wenn das Stringing trotz trockener Rolle bleibt, hilft dir PLA Drucktemperatur richtig einstellen weiter.

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