PETG trocknen: Temperatur, Dauer und die richtige Methode

PETG trocknen: Temperatur, Dauer und die richtige Methode

PETG trocknen gelingt am zuverlässigsten bei 55 bis 65 °C über 4 bis 6 Stunden. Als Allround-Einstellung hat sich 60 °C bewährt. Knistert das Filament stark an der Düse, verlängerst du auf bis zu 8 Stunden, statt die Temperatur zu erhöhen. Die genauen Werte schwanken je nach Hersteller, deshalb lohnt sich immer ein Blick auf die Angaben zu deiner Spule.

In diesem Ratgeber zeigen wir dir, woran du feuchtes PETG erkennst, welche Methode sich für welchen Fall eignet und wie die Spule nach dem Trocknen auch trocken bleibt.

Woran du feuchtes PETG erkennst

PETG zieht Wasser aus der Raumluft. Eine angebrochene Spule, die ein paar Wochen offen neben dem Drucker liegt, kann schon genug Feuchtigkeit aufgenommen haben, um das Druckbild zu verschlechtern. In der Düse verdampft dieses Wasser schlagartig und bildet kleine Blasen in der Schmelze.

Diese Anzeichen sprechen für feuchtes PETG:

  • Es knistert oder knackt leise an der Düse.
  • Das Stringing nimmt plötzlich zu, obwohl du nichts an den Einstellungen geändert hast.
  • Die Oberfläche wirkt rau, matt oder sandig.
  • In den Außenwänden zeigen sich Bläschen oder kleine Krater.
  • Die Linien werden mal dicker, mal dünner, die Extrusion wirkt zäh und unruhig.

Ein einzelnes Anzeichen kann auch andere Ursachen haben. Entscheidend ist die Kombination. Für einen schnellen Test heizt du die Düse auf Drucktemperatur und schiebst von Hand 50 bis 100 mm Filament durch. Hörst du Knackser oder siehst du Blasen im Strang, ist die Spule feucht.

Zur Gegenprobe senkst du die Düsentemperatur um 10 bis 15 °C. Werden Fäden und Oberfläche sofort besser, war es nur zu heiß. Bleiben Knistern und Blasen, hilft nur Trocknen. Feuchtes Filament lässt sich nicht im Slicer wegkorrigieren.

Welche Temperatur braucht PETG beim Trocknen?

Die Temperatur entscheidet, ob das Trocknen wirkt oder schadet. Zu kalt bringt wenig. Zu heiß kann die Spule verziehen und die Wicklungen leicht aneinander kleben lassen. Das merkst du später an ruckelndem Vorschub.

Zustand der Spule Temperatur Dauer
Frisch geöffnet, nur zur Sicherheit 55 bis 65 °C oft reichen ein paar Stunden
Lag länger offen, Fäden und raue Oberfläche 60 °C 4 bis 6 Stunden
Starkes Knistern, sichtbare Bläschen 60 °C bis zu 8 Stunden

Die Werte sind Richtwerte und können je nach Hersteller, Farbe und Füllstoff abweichen. Kennst du das Material noch nicht, startest du am unteren Ende und gibst lieber mehr Zeit. Das ist fast immer weniger riskant als 10 °C mehr.

Eine fast volle 1-kg-Spule braucht länger, bis die Wärme im Kern ankommt. Trocknest du zu kurz, ist das Filament außen trocken und innen noch feucht. Dann läuft der Druck zwei Stunden sauber und fängt danach wieder an zu knistern.

Verlass dich deshalb nicht nur auf die Uhr, sondern auf das Ergebnis. Knistert es nach dem Trocknen immer noch, hängst du einen zweiten Durchlauf an. Die Regel lautet: länger trocknen, nicht heißer.

PETG trocknen im Trockner, in der Trockenbox oder im Backofen

Filamenttrockner: die verlässliche Lösung

Ein Filamenttrockner hält die Temperatur konstant und bewegt die Luft. Genau das braucht PETG, denn die Feuchtigkeit muss nicht nur aus dem Filament heraus, sondern auch abtransportiert werden.

Der SUNLU FilaDryer S4 für 134,95 Euro nimmt bis zu vier 1-kg-Spulen gleichzeitig auf. Die Temperatur stellst du von 35 bis 70 °C ein, drei Lüfter verteilen die Wärme, und ein Sensor zeigt dir die Luftfeuchte im Gerät. Du kannst direkt aus dem Trockner drucken.

Für eine einzelne Spule reicht der Creality Space Pi Filament Dryer für 68,95 Euro. Er lässt sich von 45 bis 70 °C einstellen, hat eine Voreinstellung für PETG und einen Timer. Auch hier führst du das Filament während des Trocknens direkt zum Drucker.

Modular arbeitet das System von Polymaker. Beim Polymaker PolyDryer Dock + Box für 84,95 Euro erwärmt das Dock die Spule aktiv, die Box dient danach als Lagerbox. Hast du schon Boxen, gibt es das Polymaker PolyDryer Dry Dock für 54,95 Euro einzeln. Es ist kein Einzelgerät und funktioniert nur zusammen mit einer PolyDryer Box.

Trockenbox: hält trocken, trocknet aber nicht

Hier passiert der häufigste Denkfehler. Eine reine Trockenbox wie die Polymaker PolyDryer Box für 34,95 Euro arbeitet ohne Heizung und ohne Strom. Sie schützt das Filament mit Trockenmittel vor feuchter Luft. Wasser, das schon im PETG steckt, holt sie nicht wieder heraus.

Eine Trockenbox ist deshalb der zweite Schritt, nicht der erste. Du trocknest die Spule mit Wärme und lagerst sie anschließend in der Box. Du kannst auch direkt aus der Box drucken.

Backofen: nur mit Vorsicht

Der Backofen ist verlockend, weil er schon da ist. Bei PETG kann das funktionieren, wenn dein Ofen niedrige Temperaturen wirklich stabil hält. Das Problem ist die Streuung: Viele Küchenöfen regeln im unteren Bereich ungenau und werden stellenweise deutlich heißer als eingestellt. Außerdem steht die Luft oft, die Feuchtigkeit zieht also schlecht ab.

Wenn du den Ofen nutzt, stellst du lieber etwas niedriger ein und schaust nach 30 bis 60 Minuten nach der Spule. Verziehen sich die Flansche sichtbar, muss die Temperatur runter. Druckst du regelmäßig PETG, ist ein Trockner die sicherere Wahl.

Trockner und Trockenmittel bei uns im Shop

Produkt Wofür Preis
SUNLU FilaDryer S4 Aktiv trocknen, bis zu vier Spulen 134,95 Euro
Polymaker PolyDryer Dock + Box Aktiv trocknen und lagern, modular 84,95 Euro
Creality Space Pi Filament Dryer Aktiv trocknen, eine Spule 68,95 Euro
Polymaker PolyDryer Dry Dock Trocknungsmodul für vorhandene Boxen 54,95 Euro
Polymaker PolyDryer Box Trocken lagern, ohne Heizung 34,95 Euro
Silica Gel 3 bis 5 mm, 1 kg Trockenmittel für Boxen und Beutel 8,95 Euro

So bleibt PETG nach dem Trocknen trocken

Trocknen ist kein einmaliger Schritt. Sobald die Spule wieder offen liegt, nimmt sie erneut Feuchtigkeit auf. Wer das ignoriert, landet im Kreislauf aus Trocknen, Drucken, Liegenlassen und neuen Problemen.

Leg die Spule nach dem Druck zurück in eine dichte Box oder einen Beutel mit Trockenmittel. Unser Silica Gel mit Farbindikator für 8,95 Euro zeigt dir, wann es gesättigt ist: Die Perlen wechseln von Orange nach Grün. Dann regenerierst du sie bei 120 °C im Backofen und verwendest sie erneut. Mit 3 bis 5 mm sind die Perlen groß genug, dass sie nicht durch die Lochgitter von Trockenboxen fallen.

Bei langen Druckjobs oder hoher Luftfeuchtigkeit im Raum druckst du am besten direkt aus dem Trockner oder aus der Box. So zieht die Spule während des Drucks kein Wasser. Das ist ein typischer Grund, warum ein Teil abends sauber startet und morgens sichtbar schlechter aussieht.

Welche PETG-Filamente wir führen

Egal welche Marke du druckst, nach dem Öffnen gilt dieselbe Regel: trocken lagern und bei den ersten Anzeichen trocknen. Alle Sorten findest du in unserer Kategorie PETG Filament.

Für den Druckalltag eignet sich Professional Lab PETG ab 10,95 Euro. Wer eine matte Oberfläche möchte, nimmt Professional Lab PETG Matte ab 11,95 Euro. Der günstigste Einstieg ist Smart Print PETG ab 9,95 Euro.

Von eSUN führen wir eSUN PETG-Basic ab 15,95 Euro. Von Polymaker gibt es Polymaker PETG ab 19,95 Euro und Polymaker PolyLite PETG ab 29,95 Euro.

PETG-Filament Preis
Smart Print PETG ab 9,95 Euro
Professional Lab PETG ab 10,95 Euro
Professional Lab PETG Matte ab 11,95 Euro
eSUN PETG-Basic ab 15,95 Euro
Polymaker PETG ab 19,95 Euro
Polymaker PolyLite PETG ab 29,95 Euro

Kurz zusammengefasst

PETG trocknest du bei 55 bis 65 °C über 4 bis 6 Stunden, bei starkem Knistern bis zu 8 Stunden. Ein Trockner mit Umluft arbeitet am verlässlichsten, der Backofen nur, wenn er die Temperatur wirklich hält. Eine Trockenbox mit Silica Gel sorgt danach dafür, dass du nicht nach zwei Wochen wieder von vorn anfängst.

Passend dazu

Die Richtwerte für alle anderen Materialien stehen in unserem Ratgeber Filament richtig trocknen: Temperaturtabelle. Ob sich die Anschaffung für dich rechnet, liest du in Filamenttrockner für PETG: Wann er sich lohnt.

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